Kaukasus-Akzente: Wein, Klöster und Gesang

Teilen
Kaukasus-Akzente: Wein, Klöster und Gesang

Zwischen Staatstrauer und Standing Ovations: Meine Reise nach Tbilisi

14.3. bis 24.3.26

Zum Bosporus

Istanbul muss einfach sein, einmal und immer wieder…
Auf meinem Weg nach Tbilisi habe ich einen längeren Layover ganz bewusst dort eingeplant. So viel Zeit ist aber dann doch nicht, um endlich mal mit dem Schiff durch den Bosporus mit seinen Fischerdörfern, Städtchen, Festungen, Buchten, Parks, Villen, Sommerresidenzen und Palästen bis hinauf zum Schwarzen Meer zu fahren. In Anadolu Kavağı am asiatischen Ufer möchte ich auf den Burghügel steigen, um in der einen Richtung das Schwarze Meer und in der anderen Richtung die Skyline von Istanbul zu sehen, danach im Hafen Fisch essen. Aber auch das viel nähere Rumeli Hisari, die Festung auf europäischer Seite über der engsten, nur 660 m breiten Stelle des Bosporus mit wunderschöner Aussicht würde mich sehr reizen. Nur die Fähren dorthin nimmt man doch besser morgens und nicht nachmittags als Zwischenstop mit nächtlicher Weiterreise nach Georgien.

Mit dem Shuttlebus Havaist fahre ich ganz bequem vom Flughafen Istanbul zum Taksim-Platz. An Gezi-Park und Beşiktaş-Stadion vorbei laufe ich hinunter zum Bosporus. Es ist bewölkt und relativ kühl. Rechts taucht die Dolmabahçe-Moschee auf, hoch oben thront die erste und historischste Bosporusbrücke. Der Dolmabahçe-Palast liegt direkt am Bosporus, sehr beeindruckend streckt sich der prunkvolle Bau 600 Meter am Ufer entlang. Die prachtvolle Fassade zeigt sich am besten vom Wasser aus.

Ausgestattet mit Streetfood - gerösteten Kastanien von einem der rot-goldenen Wägelchen mit aufsteigendem Rauch und einem Simik-Sesamkringel, dazu erfrischenden Ayran - nehme ich die Fähre an der Anlegestelle Beşiktaş in Richtung Kadiköy. Entscheide mich heute gegen einen Besuch der Altstadt und historischen Halbinsel und für die asiatische Seite, den Stadtteil Kadiköy.

Kadiköy

Die Fahrt dorthin ist sehr entspannt. Ganz nah am Kiz Kulesi (Leanderturm) auf der kleinen Insel vor Üsküdar vorbei, passiert die Fähre kurz vor dem Kadiköy-Meeresanleger den geschichtsträchtigen Bahnhof Haydarpaşa, direkt am Wasser gelegen. Von hier startete früher die Anatolische Eisenbahn nach Konya, wo sie an die Bagdadbahn anschloss.

Lasse mich durch die Altstadtgassen treiben, vorbei an Antiquitätengeschäften, Cafés, Bars, Restaurants. Vereinzelt entdecke ich alte Holzhäuser. Mit der Ring-Straßenbahn T3 fahre ich bis ins charmante Moda und wieder zurück.

Zum Sonnenuntergang bin ich wieder auf der Fähre, zurück vom Marmara Meer mit Blick auf Möwen, Fähren, die Silhouette der Altstadt, Beyoğlu und den Galataturm hinüber zum Hafenviertel Karaköy („Schwarzes Dorf“). Einst ein raues Seemanns- und Handelsviertel, kommt sein Name von den früher vom Rauch der Dampfer schwarz gefärbten Häuserfassaden.

Pera („Gegenüber“) wurde das Galata-Viertel früher genannt, weil es gegenüber der Sultansstadt lag. Es ist bereits finster, als ich durch das Gassengewirr bergauf den Galata-Turm erreiche. Die Genueser erbauten den Wachturm 1348 zum Schutz ihrer Niederlassung. Der Panoramablick von oben ist gigantisch, die Preise allerdings auch.

Mit der nostalgischen Tramvay T2 fahre ich die İstiklal Caddesi entlang zum Taksim-Platz, von dort wieder zurück zum Flughafen. Die Reise geht heute Nacht weiter.

Istanbul ist und bleibt eine Stadt, die ich immer wieder besuchen möchte. Vielleicht nächstes Mal mit Fokus auf die kleinen Dörfer am Goldenen Horn? Oder tatsächlich bis ans Schwarze Meer?

Nach Tbilisi

Hauptziel meiner Reise ist ein ganz besonderes Projekt: gemeinsam mit zwei georgischen Chören aus Tbilisi und Batumi will die 40 Frauen und Männer starke Immlinger Truppe unter Leitung von Cornelia von Kerssenbrock Giuseppe Verdis Requiem aufführen. Es ist das Eröffnungskonzert des Internationalen Chorfestivals. Veranstaltungsort ist das nach Jansugh Kakhidze benannte Musik-Kulturzentrum Tbilisi. Oft als „georgischer Karajan“ bezeichnet, war der Namensgeber einer der bedeutendsten georgischen Dirigenten, Komponisten und Sänger des 20. Jahrhunderts. Als Konzertorchester fungiert das Tbiliser Sinfonieorchester zusammen mit der Georgian Sinfonietta. Wir proben seit Herbst an vielen Wochenenden dieses fulminante Werk. Bis zur ersten gemeinsamen Probe hier in Tbilisi ist noch etwas Zeit.

Ankommen

Für die ganze Woche habe ich ein Zimmer im Redrum Tbilisi Boutique Hotel im Betlemi-Viertel im historischen Teil der Altstadt gebucht. Hier gibt es steile Gassen, die Sioni-Kathedrale und die Friedensbrücke sind nicht weit. Auch das Sololaki-Viertel mit seiner Jugendstil-Architektur und den ehemaligen Residenzen der Oberschicht des 19. Jahrhunderts ist ganz nah.

Es ist richtig kalt und regnet. Trotzdem nehme ich die Seilbahn vom Rike Park und laufe die wenigen Meter zur monumentalen Statue Kartlis Deda (Mutter Georgiens). Lasse mich von dem schlechten Wetter ohne Sicht nicht beeindrucken, weiß ich doch wie schön Tbilisi sein kann. Weiter zieht es mich zur Anchiskhati Basilika, der ältesten erhaltenen Kirche in Tbilisi (6. Jahrhundert).

Ein paar Schritte weiter steht der Uhrenturm und direkt daneben das Gabriadze-Marionettentheater. Rezo Gabriadze baute die Puppen selbst, schrieb die Stücke und führte Regie. Ich habe Glück und kann eine Karte für das Stück heute Abend ergattern.

The Autumn of my Springtime“

Die Aufführung ist in georgischer Sprache, mit englischen Untertiteln. Boria, ein kleiner, bunt gefiederter Vogel mit einem großen Herzen ist die Hauptfigur. Das Stück spielt in Gabriadzes Heimatstadt Kutaisi in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach dem Tod des Drehorgelspielers Varlam bleibt der Vogel Boria als einziger Versorger für die alte Großmutter Domna zurück. Um sie durchzubringen, wird Boria zum Dieb, verliebt sich in die schöne Ninel und erlebt eine Reihe von Abenteuern, die zwischen Traum, Verzweiflung und purer Lebensfreude schwanken. Mich begeistert alles: das hervorragende Puppenspiel, die georgische Volksmusik, Tanz, Melancholie und Humor, Tragödie und Komödie in einem. Kunst pur!

Weinland Kachetien

Noch von zuhause habe ich zwei Tagesausflüge gebucht. Heute steht Kachetien auf dem Programm, die größte Region Georgiens, landwirtschaftlich geprägt und das wichtigste Weinanbaugebiet des Landes.

Das Wetter wird immer schlechter. Die Chronicles of Georgia am nördlichen Stadtrand von Tbilisi als ersten Stop erlebe ich im Dauerregen. Die Säulen sind in drei horizontale Abschnitte unterteilt, die die Geschichte Georgiens wie in einem aufgeschlagenen Geschichtsbuch erzählen: unten finden sich biblische Szenen und religiöse Motive, in der Mitte die bedeutendsten Könige, Königinnen (wie Königin Tamar) und Helden der georgischen Geschichte, ganz oben Szenen aus dem Alltagsleben der Georgier, Feste und Ernten.

Das Kloster Bodbe - hier liegt die Heilige Nino begraben, die Georgien zum Christentum bekehrte - versinkt kurz nach unserer Ankunft dort im Nebel.

Gleich zweimal halten wir zu Weinverkostungen an, schon nach dem ersten Halt am frühen Vormittag schwanke ich zurück zum Bus. Es ist eine nette kleine Gruppe, unser Guide erklärt in englischer und russischer Sprache, auch einige junge Türken aus Antalya sind mit an Bord.

Die Schönheit Sighnaghis lässt sich nur erahnen. Leider sind keine schneebedeckten Berge im Hintergrund zu erkennen.

Auf einem Weingut erfahren wir über das besondere Qvevri-Verfahren. Hier wird der Wein traditionell in riesigen Tonamphoren (Qvevri) vergoren, die in der Erde vergraben sind. Bekannte Rebsorten sind Saperavi (kräftiger Rotwein) und Rkatsiteli (charakterstarker Weißwein).

Zwischendurch sehen wir beim Brotbacken (Puri) zu und stellen selbst die bekannte Süßigkeit Tschurtschchela her: die "georgischen Energie-Riegel" aus Nüssen werden in eingedickten Traubensaft getaucht.

Grenzgang nach Armenien: Achtala, Haghpat & Sanahin

Ein weiteres Highlight meiner Kaukasusreise ist der Ausflug nach Armenien. Im modernen Kleinbus geht es an der Metrostation Avlabari in Tbilisi los. Wir sind nur zu acht, eine sehr internationale, interessante Gruppe: zwei Amerikaner, eine Argentinierin, zwei Indonesierinnen, ein Ire und mit mir zwei Deutsche. Unser Reiseleiter ist sehr sympathisch, gut informiert, sein Englisch top.

Nur eine kurze Fahrt über die Grenze in der Provinz Lori in Nordarmenien liegen einige der berühmtesten armenischen Klöster. Wir halten am Kloster Achtala, einzigartig für seine gut erhaltenen byzantinisch-armenischen Fresken.

Fasziniert bin ich vor allem von Kloster Haghpat. Kann mich nicht sattsehen an der majestätischen Erhabenheit der Anlage in der Einsamkeit der wunderbaren Natur, im Hintergrund die Kaukasusberge. Ein Blick wie Meditation. Mache viele Fotos, vielleicht die Besten auf der gesamten Reise. Neben mir bemerkt einer der beiden Amerikaner, ähnlich ergriffen wie ich, monatelang unterwegs zu außergewöhnlichen Orten in Osteuropa und im Kaukasus: „It’s clouds that make photos.“ War mir noch nie so bewusst, aber er hat definitiv recht.

Haghpat und Sanahin, beide Klöster stammen aus dem 10. Jahrhundert, gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe und sind Meisterwerke der mittelalterlichen armenischen Architektur.

Auf der Rückreise nach Tbilisi lese ich auf der georgischen Nachrichtenseite Netgazeti über den schlechten Gesundheitszustand des 93jährigen Patriarchen der georgischen Kirche.

Ilia II., Jvari, Mzcheta & Kaukasusschwaben

Nach dem intensiven Besichtigungsprogramm, den neuen Eindrücken und Erlebnissen freue ich mich auf die Musik - neben dem Reisen meine größte Leidenschaft. Auf Verdi und auf bekannte Gesichter meiner Chorgruppe. Endlich geht es los! Wir proben im Konzertsaal. Das Orchester ist gigantisch, die Mezzosopranistin ein Traum, der uns aus Immling bekannte Basssolist sowieso. Der Chor ist jetzt schon riesig, obwohl die Batumi-Crew noch komplett fehlt.

Während der Probe bekommen wir Besuch von Mitarbeitern der Deutschen Botschaft in Tbilisi. Alle freuen sich auf das Konzert. Unmittelbar nach der Probe dann die Mitteilung: das Konzert ist abgesagt. Aufgrund des Todes von Ilia II. ist eine nationale Staatstrauer angeordnet. Proben sind nicht weiter erlaubt.

Verbringe einen wunderschönen Nachmittag mit meiner Gesangsgefährtin Christina. Das Wetter ist jetzt wunderbar, blauer Himmel, viel wärmer als bei meiner Ankunft. Immer wieder halten wir inne, ungläubig darüber, was gerade passiert. Niemand weiß, wie es weitergeht. Habe ich doch extra eine Urlaubswoche investiert, einen teuren Flug bezahlt, nur um hier zu sein.

Massen von Menschen strömen uns entgegen. Vier Tage lang das gleiche Bild: Gläubige, alt und jung, pilgern zur Zmi-Sameba-Kathedrale, um von ihrem Patriarchen Abschied zu nehmen. Die Dreifaligkeitskathedrale ist das Hauptheiligtum der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche. Die Trauer scheint ganz Georgien erfasst zu haben, Tbilisi wirkt wie lahmgelegt. Das regelmäßige Trauergeläut sorgt für eine fast schon mystische Atmosphäre.

Bin immer noch fassungslos und aufgekratzt nach den Ereignissen des heutigen Tages, an Schlafen ist nicht zu denken. Bin also sowieso am Handy, als mitten in der Nacht die aufgeregte Nachricht unserer Dirigentin aufploppt: das Konzert kann stattfinden, aber nach Ende der Staatstrauer, also zwei Tage später als geplant. Nur eine gemeinsame Probe am Konzerttag wird uns gewährt. Das Konzert wird nun dem Gedenken an Ilia II. gewidmet.

Das kann doch gar nicht gut werden, ist mein erster Gedanke, nein, ich fliege wie geplant Ende der Woche zurück. Kurz darauf bin ich mir aber plötzlich sehr sicher, dass dieses Konzert, das wir alle so gerne zur Aufführung bringen möchten, ganz besonders sein wird. Trotz kurzer Probenzeit werden alle Mitwirkenden höchstkonzentriert sein und unsere Dirigentin gibt sowieso immer ihr Bestes. Gleich am nächsten Tag instruiere ich meinen Mann zuhause, sich bei der Airline nach den Umbuchungskonditionen zu erkundigen.

An den nächsten beiden Tagen stellt uns die Deutsche Botschaft jeweils zwei Busse für Ausflüge zur Verfügung. Wir besuchen zunächst das Kloster Jvari. Es thront auf einem Felshügel gegenüber der alten Hauptstadt Mzcheta, genau dort, wo die Flüsse Aragwi und Kura (Mtkvari) zusammenfließen.

Danach die Swetizchoweli-Kathedrale in Mzcheta, einer der heiligsten Orte Georgiens. Telefonisch erfahre ich von meinem Mann: es klappt mit dem Umbuchen meines Rückflugs. Ich werde das Konzert also mitsingen! Im „Salobie“ testen wir traditionelle georgische Hausmannskost und versuchen uns in georgischer Polyphonie.

Bolnisi war ab 1818 eine bedeutende Siedlung schwäbischer Auswanderer und hieß ursprünglich Katharinenfeld (benannt nach Königin Katharina von Württemberg). Dort besuchen wir das Haus der Deutschen Geschichte.

In Asureti – das frühere Elisabethtal – entdecken wir die Schwabenstraße mit restaurierten Fachwerkhäusern. Gemeinsam mit dem Knabenchor Bichebi aus Tbilisi singen wir in der lutherischen Kirche und lassen den Tag kulinarisch im Lokal „Bahnhof Station“ ausklingen.

Erst nach und nach verstehe ich die Bedeutung von Ilia II. für Georgien. Seit 1977 im Amt, war er nicht nur das Kirchenoberhaupt, sondern die zentrale Identitätsfigur und der „Vater der Nation“. Er führte das Land durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und gab den Menschen in der Zeit des Chaos, der Bürgerkriege und der Armut in den 90er Jahren Halt und Struktur. Tausende Kirchen wurden unter seiner Leitung wiedereröffnet oder neu gebaut, darunter die Sameba-Kathedrale in Tbilisi als Symbol der nationalen Einheit. Um die Geburtenrate anzukurbeln, versprach er, das dritte (und jedes weitere) Kind jeder verheirateten orthodoxen Familie persönlich zu taufen, wurde so also zum persönlichen Patenonkel von über 40.000 Kindern.

Mein Hotel konnte ich leider nicht verlängern, muss daher noch einmal umziehen. Meine Wahl fällt auf ein kleines, schlichtes Hotel in Mtatsminda, von der Terrasse aus kann man die gesamte Stadt überblicken.

Requiem

Das Konzert ist eine Wucht: intensiv, kraftvoll, emotional. Standing Ovations und lang anhaltender Applaus. Die Georgier sind nicht nur hervorragende Musiker und Sänger, sondern ebenso ein begeistertes Publikum. Und wir Sängerinnen und Sänger aus Immling mittendrin. Nach all dem Auf und Ab ein bewegendes und erlösendes Finale.

Habe nur wenige Stunden bis zur Abfahrt Richtung Flughafen mitten in der Nacht. Todmüde erreiche ich Istanbul, nach drei Stunden Aufenthalt dort bin ich eigentlich fast zuhause.

Turbulenter Abgang

Die Wege sind lang am neuen Istanbuler Flughafen. Begebe mich in einen ruhigen Bereich und versuche dort etwas auszuruhen. Stelle mir extra den Wecker, um die Bekanntgabe des Gates eine Stunde vor dem Weiterflug nach Salzburg nicht zu verpassen. Laufe zum angezeigten Gate, hole mir einen überteuerten, aber sehr guten Kaffee, telefoniere mit meinem Mann. Alles läuft nach Plan. Wenn ich pünktlich lande, schaffe ich es vielleicht sogar rechtzeitig zum ersten Durchgang des letzten Herren-Riesenslaloms der Saison.

Wundere mich nur etwas, dass auf dem Bildschirm am Gate meine Destination nicht angezeigt wird, aber ich habe ja noch Zeit. Denke ich. Erst als dort nicht Salzburg sondern Leipzig angeschrieben steht, weiß ich, dass irgendetwas nicht stimmt. Das Gate wurde nochmals geändert, das Gate nur gegenüber wäre das Richtige gewesen. Ich bin in Panik, rüttle an der Tür: das Gate ist aber bereits geschlossen, kein Airlinepersonal mehr zu sehen. Ich haste zum Desk meiner Airline und muss erfahren, dass ich wirklich keine Chance mehr habe in den Flieger zu kommen. Der nächste Flug nach Salzburg geht erst am nächsten Morgen. Mir wird ein Flug nach München nach weiteren vier Stunden Wartezeit angeboten. Kann kaum sprechen, aber zahle natürlich sofort für diese Option. Jetzt will ich nur noch nach Hause. Um mich zu beruhigen, suche ich den kleinen Spa-Bereich am Flughafen auf: während der Massagestuhl arbeitet, versuche ich bei Gesichtsmaske und Fuß- und Wadenmassage zu entspannen. Ich verpasse definitiv den letzten Alpin-Weltcup-Sieg der Saison des Brasilianers Lucas Pinheiro Braathen und komme fast acht Stunden später als gedacht zuhause an.

Anders als geplant, anstrengend bis zum Schluss – und doch jeden Moment wert. Die vielen neuen Impulse werden noch lange in mir nachwirken.