Autour du Lac – Mit Rad, Zelt, Hund und der Sehnsucht nach Croissants und Quiche um den Genfer See - 23. bis 27.8.26

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Autour du Lac – Mit Rad, Zelt, Hund und der Sehnsucht nach Croissants und Quiche um den Genfer See  - 23. bis 27.8.26

Die Logistik-Panne – Wo parkt man eigentlich einen Van in der Schweiz?

Der Genfer See ist weit - trotzdem wagen wir die lange Fahrt gen Westen.

Eigentlich möchten wir als erstes den Camping de la Pichette zwischen den Weinbergen des Lavaux auf Schweizer Seite ansteuern und von dort losradeln. Hier waren wir vor einigen Jahren schon einmal.

Früher radelte unser Söhnchen mit dem Tigerentenfahrrad um den See – heute fährt der junge Mann lieber ohne uns. Also tauschen wir Teenager gegen Hund ein: Finni, 3 Jahre alt, reiseaffin.

Wider Erwarten gibt es an diesem Platz aber keine Möglichkeit den Campervan für mehrere Tage zu parken. Wir entscheiden uns daher kurzfristig für die noch längere Anfahrt direkt nach Frankreich.

Kommen dort nach einem ersten Kultur-Stopp beim Decimusfest in Wangen aber erst im Dunkeln an. Alle Campingplätze haben bereits geschlossen. Daher nächtigen wir ganz romantisch auf einem Schotterplatz in Thollon-les-Mémises in der Haute-Savoie, nahe dem Aussichtspunkt Hucel: Camping de la Hardcore.

Am nächsten Morgen decken wir uns in der nächsten Boulangerie mit Baguettes und Croissants ein und fahren hinauf zum Hucel mit Blick auf den Genfer See. Kaffee gibt es in der camperinternen Bar.

In dreißig Minuten erreichen wir den Camping Le Chatelet, stellen hier das Auto ab und radeln los.

Sonnenbrillenglück und Quiche-Attacken in Yvoire

Das erste Highlight lässt nicht lange auf sich warten: das mittelalterliche Fischerdorf Yvoire. Das romantische Örtchen zählt zu den plus beaux villages de France.

Bin sofort in Kauflaune und sehr glücklich über meine neue Sonnenbrille und mein Basecap. Auch ein nettes Café finden wir. Eine zweite Runde Croissants lassen wir uns nicht nehmen, zusätzlich versuchen wir Spinat- und Käsequiche – formidable!

Kurz vor Genf hüpfen wir ins Wasser und haben Blick auf eines der Wahrzeichen der Stadt: den Jet d’eau, ein Springbrunnen im See mit einem bis zu 140 Meter hohen Wasserstrahl. Genf ist international. Auf der Suche nach der Altstadt sprechen wir verschiedene Passanten an, kein einziger Schweizer ist darunter.

Die zwanzig Kilometer hinter Genf sind alles andere als schön. Unser Etappenziel, der Camping de Rolle, dafür umso mehr. Wir freuen uns auf die erste Nacht im Zelt. In erster Reihe genießen wir den Seeblick.

Finni nächtigt standesgemäß auf ihrem Reisekissen vor dem Zelt. Und weil die Zeltwand so wunderbar dünn ist, ist uns unsere treue Begleiterin die ganze Nacht ganz nah.

Lausanne und High-End-Camping im Regen

Die heutige Etappe ist nicht so lange. Wir machen einen ausgiebigen Badestopp und halten noch zweimal in netten Cafés und genießen die tollen Köstlichkeiten.

In Lausanne ist dann einiges los: Industrie, Wissenschaftsstandort, Straßenschluchten. Und wieder sehr international. Wir strampeln hinauf zur Kathedrale.

Am Nachmittag erreichen wir nun den Campingplatz, den wir eigentlich als Start unserer Reise angedacht hatten. Regen kündigt sich an. Daher baut uns mein kreativer Mann mit dem mitgebrachten Tarp eine kleine regensichere Festung. Finni schläft in ihrem Anhänger, kein einziger Regentropfen gelangt auf ihr Näschen.

Promi-Dichte am See: Chaplin, Mercury und eine Riesengabel

Die schönste Etappe ist nun unsere letzte.

In Vevey, direkt vor dem Museum Alimentarium, steckt die größte Gabel der Welt im See, sie ist sogar im Guiness Buch der Rekorde eingetragen: „La Fourchette“, eine gigantische, 8 Meter hohe Edelstahl-Gabel.

In unmittelbarer Nähe steht an der Seepromenade eine Skulptur Charlie Chaplins, der in Vevey am Genfer See die letzten 25 Jahre seines Lebens verbracht hat.

Und auch Freddy Mercury begegnet uns direkt am See in Montreux: eine bronzene Statue blickt melancholisch und stolz über den Genfer See – mit erhobener Faust, genau wie bei seinen legendären Konzerten. Berühmt ist sein Zitat:„If you want peace of soul, come to Montreux“.

Wieder in Frankreich, zurück am Ausgangspunkt, schlafen wir die letzte Nacht im Campingbus.

Der Endspurt: Zwischen XXL-Supermarkt, Käse und dem Flixbus-Teenager

Bei Évian nutzen wir den letzten Stopp in der EU noch einmal gnadenlos aus. Im XXL-Supermarkt füllen wir die restlichen Lücken im Camper: Baguette, französischer Käse und – als absolute Krönung für den heimischen Haushalt – eine nagelneue Quicheform als Souvenir.

Bulle und Gruyères stehen ebenfalls auf der Liste, weil ich die Heimat einer lieben Freundin sehen will, die es vor Jahren nach Bayern verschlagen hat. Ein bisschen Heimatkunde muss schließlich sein. Danach folgt die Realität: Stau, Baustellen und der statische Blick auf die Uhr.

Ankunft daheim? Kurz vor Mitternacht. Punktgenau – quasi sekundengenau –, um unseren 16-jährigen Sohn von seiner eigenen Premiere (erster Urlaub ohne Eltern, Camping am Lido di Venezia) am Flixbus-Terminal in Salzburg einzusammeln.

Fazit

Die rund 180 Kilometer Seeumrundung sind landschaftlich ein Traum und auf dem Rad absolut mühelos zu bewältigen.

Ob man für fünf Tage allerdings eine solch weite An- und Abreise auf sich nehmen muss? Nun ja – spätestens, wenn man zu Hause die Quicheform auspackt und in den Kühlschrank blickt, weiß man: Es hat sich gelohnt. Selbst mit Schotterparkplatz und Tarp-Festung.

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