Balkan Beats

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Balkan Beats

Unsere Reise über den Balkan
30.8.26 bis 10.9.26

Für meine beiden Eltern, die den Balkan – jeder auf seine Weise – so sehr geliebt haben.

Balkannostalgie Noch einmal nach Sarajewo - mein allererstes Orienterlebnis mit Muezzin, Basar und Mokka. Der Ohridsee, so groß und süß, Wellen wie am Meer. Sehe mich hier als Teenager am See stehen und nach Albanien blicken, was damals unerreichbar schien. Die Wildnis und Schönheit Bosniens erleben. Dort, in den heutigen Staaten des früheren Jugoslawiens, hat sich mein Vater immer viel wohler gefühlt als etwa in Italien. Vor allem die fischreichen Flüsse hatten es ihm angetan. Für Begegnungen beim Wildcampen waren meine beiden Eltern immer offen. Wie gerne hat meine Mutter auf Märkten eingekauft, am Basar bosnischen Kaffee getrunken und natürlich auch ein bosnisches Kaffeeservice erstanden, ein Set aus Kännchen, henkellosen Tässchen, Zuckerdose und Tablett.

Abschied Das Thema Abschied begleitet uns - meinen Mann, mich und unsere Hündin Finni - auf der gesamten Tour. Zunächst erfahren wir am dritten Reisetag, dass ein früherer Grundschulfreund unseres Sohnes bereits vor zwei Jahren mit 14 Jahren verstorben ist. Tagelang kommen mir immer wieder die Tränen, kann mich so gut an dieses tolle Kind und die Familie erinnern. Wie unfair kann das Leben sein! Nur fünf Tage später erreicht mich der Anruf vom Pflegeheim, meiner Mutter ginge es nicht gut. Und irgendwie ist die Reise von Anfang an ein Abschied von meiner Kindheit.

Jajce Unser erster Stop führt uns nach Jajce in Bosnien und Herzegowina, eine Stadt im westlichen Teil des Landes an der Mündung der Flüsse Pliva und Vrbas. Der Pliva-Wasserfall befindet sich mitten in der Stadt. Jajce war im Mittelalter die Residenzstadt der letzten bosnischen Könige. Die mächtige Festung thront über der Stadt, und die historische Altstadt ist von gut erhaltenen Stadtmauern, alten Häusern und osmanischen sowie mittelalterlichen Spuren geprägt. Wir übernachten am Autocamp Plivsko Jezero und laufen von hier zu den historischen Holzwassermühlen, die sich wie kleine, malerische Hütten aneinanderreihen.

Sarajewo Zwei Nächte bleiben wir in Sarajewo. Die Stadt gefällt mir auf Anhieb wegen der vielen Hügel und der umgebenden Gipfel der Dinarischen Alpen.

Beim Betreten der historischen osmanischen Altstadt Baščaršija aus dem 15. Jahrhundert bin ich mir sicher: jetzt sind wir am Balkan angekommen.

Enge Gassen, besonders bekannt ist die Kupferschmiedgasse Kazandžiluk, der hölzerne Brunnen Sebilj und traditionelle Cafés…

Am besten schmeckt es uns in den kleinen Imbissen: Ćevapi im weichen Fladenbrot, dazu Joghurt und als Abschluss echter bosnischer Kaffee.

Mostar Gerne wollte ich den Talgo-Zug nach Mostar ausprobieren. Die Verbindungen sind aber nicht so günstig, eventuell bekommt man gar keinen Sitzplatz und ob unsere Finni dort gern gesehen ist, wissen wir auch nicht. Entscheiden uns also doch für die flexiblere Variante mit dem Auto.

Mostar ist gut besucht und teuer, aber auch unglaublich schön. Die Alte Brücke oder Stari Most ist das Wahrzeichen der Stadt.

Die im 16. Jahrhundert unter der osmanischen Herrschaft erbaute Bogenbrücke spannt sich majestätisch über die smaragdgrüne Neretva und verbindet die beiden Teile der Altstadt.

Wir laufen durch die historische Altstadt Kujundžiluk, sehr charmant mit seinen kopfsteingepflasterten Gassen, traditionellen Basaren, Kunsthandwerksläden, Kupferhändlern und einladenden Cafés.

Die jahrhundertealte Tradition, bei der Wagemutige aus fast 24 Metern Höhe von der Brücke in das kalte, reißende Wasser der Neretva springen, ist ein Spektakel. Bevor sich jemand von der Stari Most in die Neretva stürzt, muss er im lokalen Tauchclub und an Sprungtürmen trainieren. Die Brücke selbst ist den erfahrenen Mitgliedern des traditionsreichen Vereins der Brückenspringer Mostari vorbehalten, die genau wissen, wie man den gefährlichen Aufprall im Wasser meistert. Touristen müssen erst ein offizielles Training unter Anleitung absolvieren. Wir beobachten das Training und die Brückensprünge von unserem Felsenplätzchen aus.

Über die Grenze nach Montenegro Generell dauern die geplanten Strecken am Balkan immer länger als gedacht. Auch die nächste Etappe ist lang.

Die Strecke von Sarajevo über Foča, Hum und den Grenzübergang Šćepan Polje zur Đurđevića Tara Bridge ist spektakulär. Sie hat richtigen Wildnis-Charakter mit vielen Kurven und Steigungen. Ab Foča verändert sich die Straße schlagartig. Sie führt in die monumentale, tiefe Schlucht des Grenzflusses Drina. Die Felswände stürzen hier senkrecht hunderte Meter in die Tiefe, während der Fluss wild und smaragdgrün unterhalb der Straße fließt.

Die Grenze zwischen Bosnien-Herzegowina und Montenegro liegt direkt an einer schmalen, einspurigen Brücke über den Fluss an der Mündung der Piva in die Drina. Weiter geht’s entlang des türkisblauen, langgestreckten Piva-Stausees, der von steilen Bergen eingerahmt wird. Ein großer Teil der Strecke führt durch zahlreiche Tunnel direkt in den Felswänden, der längste Tunnel ist über einen Kilometer lang.

Durmitor-Nationalpark Von Plužine aus windet sich die Straße in atemberaubenden Serpentinen den Berg hinauf in Richtung des Hochlands des Durmitor-Nationalparks. Ein wirkliches Abenteuer!

Dort oben begegnen uns Schafe, Kühe, Wildpferde. Es kühlt stark ab, aber wir sind unglaublich glücklich.


Die Đurđevića-Tara-Brücke Hier möchte ich unbedingt hin. Die Tara-Brücke oft auch Đurđevića-Tara-Brücke genannt ist eines der spektakulärsten Bauwerke und landschaftlichen Highlights des gesamten Balkans. Sie spannt sich im Norden von Montenegro hoch über den Fluss Tara, der sich hier tief in die umgebenden Felsen gegraben hat. Sie wurde zwischen 1937 und 1940 erbaut und thront mit ihrem höchsten Bogen rund 172 Meter über dem Canyon. Die Schlucht unter der Brücke gilt als die tiefste Fluss-Canyonlandschaft Europas. Mit spektakulären Zip-Lines saust man über die Schlucht. Von unserem kleinen Campingplatz haben wir einen guten Blick auf die Brücke.

Wir baden im Fluss und fahren am nächsten Tag weiter Richtung Morača-Schlucht, mitten durch das gebirgige Herz Montenegros. Unterwegs stoppen wir am Kloster Morača, ein historisches serbisch-orthodoxes Kloster aus dem 13. Jahrhundert.

Die Schlucht ist an manchen Stellen über 1.000 Meter tief. Steile Felswände, dichte Wälder und der tosende, klare Fluss bilden eine wilde Kulisse. Wir entscheiden uns für eine weitere Nacht in Montenegro.

Der Camping Vesko liegt idyllisch im Dorf Međuriječje. Vesko ist unglaublich nett und versorgt uns mit Erzeugnissen aus seinem Garten: Kartoffeln, Zucchini, Paprika, Tomaten und Äpfel.

Zum Frühstück serviert er Pfannkuchen. Zur Morgentoilette gehen wir aber lieber an den Fluss - kein weiterer Kommentar.

Podgorica und Tirana Die Hauptstadt Montenegros ist klein und es gibt wirklich nicht viel zu sehen. Das geben sogar die Einheimischen ganz offen zu. Wir sind trotzdem dort. Im alten Stadtteil Stara Varoš findet man auch noch osmanische Einflüsse mit engen Gassen, alten Brücken und zwei Moscheen.

Tirana ist groß und lebendig. Bekannt für ihre bunte Architektur aus osmanischer, faschistischer und sowjetischer Zeit und ihre lebendige Café-Kultur.

Wir kommen spät in unsere Unterkunft, müssen das Auto in einem teuren Parkhaus 600 Meter entfernt abstellen - etwas ärgerlich, da uns ein Parkplatz bei der Buchung zugesagt wurde. Finni bleibt in der Unterkunft, während wir zu Fuß und später mit dem Taxi die Stadt erkunden.

Der Skanderbeg-Platz ist das Herz der Stadt. Wir entdecken einen alten Bunker, die Pyramide und das Ausgehviertel Blloku mit Clubs, Bars und viel lauter Musik.

Interessiert hätte uns BUNK'ART 1, ein gigantischer, fünfstöckiger Atombunker aus der kommunistischen Ära. Wir fahren extra dorthin, dürfen mit dem Hund aber nur den Eingangstunnel betreten. Die Besichtigung dauert sehr lange und alleine möchte auch keiner von uns hinein.

Wir freuen uns also auf den nächsten Programmpunkt: Ohrid und den zugehörigen See.

Sveti Naum Erste Station in Nordmazedonien - mir auch als Mazedonien und Jugoslawien bekannt - ist das Kloster Sveti Naum, ein sehr malerisches Örtchen, direkt an der albanischen Grenze und am Ufer des Ohridsees. Das orthodoxe Kloster wurde im Jahr 905 von dem Heiligen Naum, einem Schüler von Kyrill und Method gegründet, der dort auch begraben ist. Seine Grabstätte in der Kirche wird bis heute von Pilgern besucht.

Direkt am Kloster entspringt das Wasser des benachbarten Prespasees, das durch unterirdische Karstquellen in den Ohridsee fließt. Das glasklare, quellgespeiste Wasser bildet eine wunderschöne grüne Flusslandschaft, die man traditionell mit kleinen Ruderbooten erkunden kann. Auf dem weitläufigen Klostergelände laufen Pfaue frei herum. Für eine Nacht bleiben wir am Campingplatz in der Nähe, der dann doch nicht der Platz ist, an dem ich als Kind war.

Ohridsee Trotzdem – eine Stimmung wie am Meer. Immer wieder versprechen wir uns und sprechen vom Meer, meinen aber den Ohridsee, vielleicht wegen der entspannten, mediterranen Atmosphäre. Laute Musik bis spät nachts. Fast nur Einheimische am Platz. Irgendwann wird auch der Song Ederlezi gespielt, eigentlich ein wichtiges, traditionelles Frühlingsfest auf dem Balkan. Ein kroatischer Freund hat mir vor vielen Jahren von dem gleichnamigen traditionellen Roma-Lied Ederlezi erzählt, weltberühmt durch den Film „Die Zeit der Zigeuner“ von Emir Kusturica mit der Musik von Goran Bregović.

Ohrid –Jerusalem des Balkans Die nächsten beiden Nächte kommen wir in der Villa Mesokastro in der historischen Altstadt von Ohrid unter. Das Viertel Mesokastro liegt am Hang unterhalb der berühmten mittelalterlichen Festung von König Samuil und nahe dem antiken Theater. Von der Terrasse aus haben wir einen tollen Blick über die Dächer der Altstadt und den blauen Ohridsee. Die Gebäude in diesem Viertel versprühen den typischen balkanischen Architekturstil der alten Epoche – mit viel Holz, steinernen Sockeln und gemütlichen Terrassen.

Ohrid ist eine der ältesten menschlichen Siedlungen Europas und ein absolutes Highlight auf dem Balkan. Die Stadt wird auch das „Jerusalem des Balkans“ genannt, wegen ihrer früher angeblich 365 Kirchen, für jeden Tag des Jahres eine. Vor der Sophienkirche findet gerade eine Hochzeitsfeier statt.

Sowohl die Altstadt von Ohrid als auch der Ohridsee selbst gehören zum UNESCO-Weltkultur- und -naturerbe. Der See ist einer der ältesten und tiefsten Seen der Welt. Die Ohridforelle gibt es sonst nirgendwo auf der Welt. Ohrid ist historisch eng mit der Entwicklung des slawischen Schrifttums verbunden – hier wirkten die Heiligen Kliment und Naum, die wichtige Grundlagen für die kyrillische Schrift schufen.

Wir erkunden die Altstadt, essen in dem kleinen Fischerdorf Kaneo zu Abend.

Sveti Jovan Kaneo Die Kirche des heiligen Johann von Kaneo ist das absolute Wahrzeichen von Ohrid in Nordmazedonien und eines der meistfotografierten Motive des gesamten Balkans.

Mir ist die Kirche bekannt aus dem wunderbaren Film „Vor dem Regen“ des mazedonischen Regisseurs Milčo Mančevski, den ich 1994 während meines Studienjahres in Italien als „Prima della pioggia“ gesehen habe. Der Film wurde in Mazedonien gedreht, die Bilder der rauen, melancholischen Schönheit dieses Landes haben sich bei mir fest eingeprägt. Der Soundtrack stammt von der mazedonischen Kult-Band Anastasia, die traditionelle mazedonische Kirchen- und Volksmusik mit modernen Ambient-Klängen verbindet. Der Film ist in drei ineinandergreifende Episoden unterteilt - Worte, Gesichter und Bilder. Sie spielen in Mazedonien und London und zeigen, wie Gewalt, ethnische Spannungen (zwischen orthodoxen Mazedoniern und muslimischen Albanern) und menschliche Beziehungen wie ein unaufhaltsames Unwetter aufeinanderprallen.

Die mittelalterliche Kirche thront auf einem Felsvorsprung direkt über steilen Klippen, die spektakulär in den tiefblauen Ohridsee abfallen. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und verbindet auf wunderschöne Weise byzantinische und armenische Architekturelemente.

Begegnung am Kap Um dieses Kap möchte ich am nächsten Tag schwimmen. Ausgestattet mit meiner knallorangenen Boje fühle ich mich trotz Ausflugsverkehr und Wellengang sehr sicher, bin ich doch im Süßwasser unterwegs. Mein Mann wartet mit Finni am Ufer. Etwa in der Mitte des Kaps, weit draußen für den besten Blick auf die Kirche, blicke ich auf Kopf und Oberkörper einer Würfelnatter. Sehr dankbar bin ich jetzt für meine Boje, der Wellengang ist doch stärker als ich dachte und durch den Schreck schlucke ich tatsächlich Wasser, schwimme aber so schnell ich kann zurück zu meinen Liebsten.

Zum Schwimmen laufen wir doch lieber wieder zum Labino Beach, einem ruhigen Naturstrand ganz in der Nähe.

Zurück nach Albanien Der Anruf kommt, als wir gerade am Aufbrechen sind, wieder zurück nach Albanien, wo wir uns nach der langen Fahrerei am Strand ausruhen möchten, um dann die Rückreise anzutreten. Wenige Stunden später, wir stehen an der Grenze, erfahren wir, dass meine Mutter gerade ins Krankenhaus eingeliefert wird. Meine Mutter war immer so stark und zäh, bin froh, dass sie jetzt Hilfe bekommt. Sie hat bereits mehrere Schwächeanfälle gemeistert, oft wurde übertrieben Alarm geschlagen. Glaube fest daran, dass sie bald wieder stabil sein wird. Sofort nach Hause zu reisen erscheint mir da noch nicht richtig. Fühle mich auch gerade nicht in der Lage, nach so vielen Kilometern on tour, kurz vor dem eigentlichen Ziel abzubrechen und zurückzudüsen, was einer weiteren Fahrzeit von zwei Tagen entspricht. Bin unruhig, schiebe die Sorge aber erst noch einmal weg. Am nächsten Tag vereinbare ich dann aber doch mit meinem Mann, nicht mehr weiter nach Süden zu fahren, sondern den Gjipe Beach zum letzten Programmpunkt unserer Reise zu machen.

Berat & Gjipe Beach Warum Berat die „Stadt der tausend Fenster“ genannt wird, wird klar, wenn man Richtung Fluss läuft und von dort Richtung Burg blickt. Für mich die bisher schönste Stadt in Albanien. UNESCO-Welterbe, wie auch das viel kleinere Gjirokastër im Süden des Landes. Die vielen freilaufenden Hunde machen unserer Finni zu schaffen - in Albanien ist das schon noch einmal anders als in den anderen Balkanländern.

Es wird bereits wieder dunkel, daher nutzen wir den Llogara-Tunnel, um schneller an die Küste zu kommen. Wir übernachten dort am Sea Turtle Camping in Dhërmi, nur wenige Schritte vom Drymades Beach an der albanischen Riviera, wo wir uns im Dunkeln noch kurz erfrischen.

In dieser Region lebt eine historisch verwurzelte griechische Minderheit. Mir fallen alte griechisch-orthodoxe Kirchen auf und auch viele griechische Restaurants.

Die Zufahrt zum Gjipe-Beach ist ein kleines Abenteuer. Vom Parkplatz aus wandern wir über einen Sand- und Schotterweg hinunter durch die spektakuläre Gjipe-Schlucht direkt an den Strand. Es ist sehr heiß, unsere Finni sucht nur noch Schatten und legt sich bei jeder Gelegenheit hin, will auch gar nicht trinken. Das letzte Stück wird sie getragen und dann erst mal im Meer abgekühlt. Nach hier unten gelangen nur noch Allrad-Fahrzeuge.

In der Bucht dann aber eine tolle Infrastruktur, wir können sogar mit Kreditkarte zahlen. Wir leisten uns zwei Sonnenliegen und versuchen kurz durchzuatmen, bevor mich der nächste bedrohliche Anruf aus der Klinik erreicht. Jetzt ist mir eines klar: Ich will auf dem schnellsten Weg nach Hause. Inklusive Fahrer haben zwölf Personen und Finni Platz in dem Allrad-Pickup zurück zum Parkplatz, was stolze 10 Euro pro Person kostet. Die nette Vermieterin der letzten gebuchten und bereits bezahlten Unterkunft in Split sichert uns telefonisch zu: wir dürfen drei Tage vorher dort übernachten, egal wann wir ankommen.

Im Eiltempo nach Split Wir machen kaum Pausen und fahren sehr zügig über Montenegro und Bosnien zurück. Unterwegs hören wir die „Balkan Beats“-Playlist auf Spotify. Mitten in der Nacht passieren wir die EU-Außengrenze, werden dort ausgiebig kontrolliert. Nach 10 Stunden reiner Fahrzeit erreichen wir um 3:30 Uhr morgens das wunderschöne Appartment am Hafen von Split. Schlafen dort kurz, aber sehr gut und fahren nach einem Frühstück in der Altstadt zurück nach Hause.

Ankommen und Loslassen Ich weine Tränen der Erleichterung, als wir meine Mutter erreichen. Ihr letztes Wort ist ein mühsames „Ja“, nachdem ich ihr erkläre, wer ich bin, dass ich jetzt endlich da bin, sie frage, wer ich bin. Fünf Tage darf ich sie begleiten und Abschied nehmen. Dann passiert, was ich nicht für möglich gehalten habe, auf jeden Fall noch nicht jetzt. In der Nacht zum 16. September, zwei Tage nach ihrem 84. Geburtstag, schläft meine Mutter ein - sanft und friedlich.

Sie hat ihre eigene Reise angetreten. Was bleibt, sind die Erinnerungen: an die wilden Flüsse des Balkans, an bosnischen Kaffee aus dem neuen Kännchen, an das mühsame, aber erlösende ‚Ja‘ am Ende – und das Gefühl, dass unsere Lieben uns auf all unseren Wegen begleiten, egal wohin die Straße uns führt.

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